Globalisierung unseres Lebens

 

                        

Der Begriff  „Globalisierung" wurde seil Mitte der 90er Jahre zum zentralen Referenzrahmen gesellschaftspolitischer und sozialwissenschaftlicher Debatten und benutzt, um die tief greifenden gesellschaftlichen Veränderungen zu begreifen und Handlungsräume anzuzeigen. Dabei ist hochgradig umstritten, was überhaupt darunter ver­standen werden kann: Welche Ursachen liegen der Globalisierung zugrunde, was für Triebkräfte treiben sie voran, welche gesell­schaftlichen Gruppen profitieren von ihr eher als andere? In welchen gesellschaftlichen Bereichen ist Globalisierung wichtiger als in anderen? Und gar noch tiefer liegend: Was ist überhaupt das Neue an ihr?  

Die Transformation von Politik, Ökonomie und Kultur hat in den 80er Jahren begonnen und mit dem Niedergang des autoritären Sozialismus nach 1989 eine neue Dynamik erhallen. Zentral ist dabei die Internationalisierung wirtschaftlicher Prozesse. Die Entwicklung neuer Technologien, insbesondere der Informations- und Kommunikationstechnologien und damit verknüpft des Internets, sowie die dramatische Verbilligung der Transportkosten haben dazu geführt, dass Produktionsprozesse internationaler werden. Das global sourcing be­zeichnet einen Prozess, in dem Unternehmen ihre Güter und Dienstleistungen aus vielen Teilen der Welt beziehen. Mal sind die Lohnkosten das entscheidende Argument, um an einem Ort zu produzieren, in anderen Produktionssektoren das Ausbildungsniveau der Belegschaft oder der „soziale Friede", in wieder anderen Bereichen stellt die Nähe zu den Zulieferern oder potenziellen Kunden das entscheidende Kriterium dar. Deutlich ist jedoch, dass mit diesen Veränderungen eine neue internationale Arbeitsteilung entsteht und eine Verschärfung der internationalen Konkurrenz zwischen Produktionsstandorten, Kapitalen und Beschäftigten einhergeht. Unstrittig ist auch, dass die internationalen Finanzmärkte eine ganz entscheidende Rolle im Globalisierungsprozess spielen und die hohe Mobilität von Kapital den Spielraum für nationale Wirtschaftspolitiken einschränkt.

Weitgehend Einigkeit besteht auch darin, dass der Nationalstaat sich verändert. Die genauere Diskussion jedoch, wie das geschieht und welche Auswirkungen das hat, ist Anlass intensiver Auseinandersetzungen. Die einen gehen davon aus, dass dieser bald verschwinden oder auf Kernfunktionen der Ordnungssicherung reduziert werden wird. Der sich ausweitende Aktionsraum privater Unternehmen wie auch ökonomische Sachzwänge, so das Argument, lassen den nationalen Staat weitgehend ob­solet werden. Dem halten andere entgegen, dass der Wohlfahrtsstaat der Nachkriegszeit sich zwar transformiert, aber noch keineswegs ausgemacht ist, inwieweit die sozialstaatlichen Sicherungssysteme und wirtschaftspolitischen Regulierungselemente vollständig verschwinden. Ein dritter Argumentationsstrang weist darauf hin, dass die Internationalisierung der Produktion ohne staatliche Politiken gar nicht denkbar wäre: Denn Regierungen und Parlamente haben mit ihren Wirtschaftspolitiken der Außenöffnung und Deregulierung zentrale Voraussetzungen dafür geschaffen. Sie sind also selbst wichtige Akteure der Globalisierung.

Dieses Beispiel zeigt bereits einen anderen Sachverhalt. „Globalisierung" ist ein Schwammwort, das gerade wegen seiner Unbestimmtheit auf große Resonanz stößt. Verschiedene gesellschaftliche Akteure verwenden es, um damit ihre Sicht der Dinge zu präsentieren (und oft genug, um ihre Interessen zu stärken). Denn die Interpre­tation dessen, was sich in den letzten 20 Jahren gesellschaftlich verändert hat, ist selbst Teil politischer Auseinandersetzungen. In den Auseinandersetzungen um die Bedeutung der Globalisierung entsteht ein dominantes Verständnis davon, wie die bestehenden Verhältnisse zu verstehen sind, was an gesellschaftlichen Orientierungen und Handlungen als „sinnvoll" und „vernünftig" erscheint und was als „absurd" gilt.

 Aspekte der Globalisierungsdiskussion  

 Eine zentrale Diskussion betrifft das Verhältnis von Politik und Ökonomie. Hier sind die Diskussionen um die Zukunft des Sozialstaats, die Zukunft der Arbeit, die „Privatisierung der Politik", aber auch um den Aufbau neuer politischer Institutionen auf internationaler Ebene zu verorten. Inwieweit, so lässt sich die Leitfrage vieler Veröffentlichungen zusammenfassen, haben nationale Regierungen und internationale Institutionen die Möglichkeit, in ökonomische Prozesse einzugreifen? Eng damit verbunden ist die Diskussion um den Zustand der bislang weitgehend nationalstaatlich organisierten Demokratie sowie den Perspektiven ihrer Demokratisierung.

 Im Kontext demokratietheoretischer und -politischer Fragen erschienen in den letzten Jahren einige Untersuchungen, die sich das Phänomen der Nichtregierungsorganisationen genauer ansehen. Auf die NGOs werden nicht wenige Hoffnungen einer Zivilisierung der weltweiten Verhältnisse projiziert. Ihre Beteiligung in den jeweiligen Politikfeldern führt jedoch meist nicht zu den gewünschten Ergebnissen. Regierungen und private Unternehmen haben allemal mehr Ressourcen, um ihre Interessen geltend zu machen.

In den letzten Jahren haben sich mehrere Publikationen der Frage zugewandt, was der Globalisierungsprozess eigentlich für die Individuen bedeutet. Die negativen Auswirkungen der veränderten Arbeits­- und Lebensbedingungen stehen hier im Zentrum.

Dass Globalisierung kein rein ökonomischer Prozess ist, wurde bislang deutlich. Und sie ist auch kein friedlicher. Die Kriege in den 90er Jahren, wie auch die Anschläge in den USA am 11. September 2001 und die Reaktionen darauf, zeigen, dass sich die Welt nachhaltig verändert. Einige neuere Bücher setzen sich mit den vielschichtigen Dimensionen der Globalisierung der Gewalt auseinander.

Sozial-ökologische Aspekte erhalten in der Globalisierungsdiskussion bis­lang wenig Aufmerksamkeit. Dies könnte sich jedoch nach dem Weltgipfel zu Um­welt und Entwicklung im September 2002 in Johannesburg ändern. Dort wurden die beiden Themen nämlich sehr dezidiert zusammengebracht.  

                           (Nach Dr. Ulrich Brand, Politikwissenschaftler,   Fachgebiet „Globalisierung & Politik" der Universität Kassel).  

 

Schroedter, Thomas  : Globalisierung/ Thomas Schroedter. -Hamburg: Europäiche Verlagsanstalt, 2002. -94 S.: Abb. -(wissen 3000).
ISBN 3-434-46106-X

 

Thomas Schroedter zeigt die Geschichte der Globalisierung seit dem Beginn des Fernhandels und die wiederholten Versuche internationaler Institutionen, die Finanz- und Handelsströme zu regulieren. Es werden die Folgen der Globalisierung und neoliberaler Wirtschaftspolitik analysiert.

 

 

Giddens, Anthony  : Entfesselte Welt : wie die Globalisierung unser Leben verändert/ Anthony Giddens; aus dem Engl. von Frank Jakubzik. -Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2001. -115 S. - (edition suhrkamp; 2200).
ISBN 3-518-12200-2

Mehrere Risikosituationen, die die Welt in früheren Zeiten nicht kannte, hängen unmittelbar mit der Globalisierung zusammen. Viele dieser neuen Risiken betreffen die Menschen unabhängig davon, wo sie leben, und ohne Rücksicht darauf, wie privilegiert oder unprivilegiert sie sind.

 

Meyer, Thomas : Soziale Demokratie und Globalisierung : eine europäische Perspektive/ Thomas Meyer. -Bonn: Dietz, 2002. -190 S.
ISBN 3-8012-0315-8

Thomas Meyer schreibt über die Notwendigkeit der Erneuerung der sozialen Demokratie; sie muss zu einem weltweiten Reformprogramm werden. Der Autor beschreibt die Lösungen der sozialen Demokratie für Europa und ihren Anspruch als Triebkraft und Leitidee einer konstruktiven Globalisierung.

 

Reimann, Helga : Globalisierung : die universelle Herausforderung/ Helga Reimann. -Konstanz: UVK-Verlagsges., 2002. -189 S.: Abb., Tab. - (Wissen und Studium).
ISBN 3-89669-924-5

     

Unter Globalisierung versteht man häufig die weltweite Expansion multinationaler Konzerne. Helga Reimann fasst den Begriff der Globalisierung viel weiter, nämlich als den Prozess der Zunahme und Beschleunigung weltumspannender Kommunikation und Interaktion, aus dem gemeinsame Kulturen und Institutionen entstehen können.

 

 

Boris, Dieter : Metropolen und Peripherie im Zeitalter der Globalisierung/ Dieter Boris. -Hamburg: VSA-Verlag, 2002. -213 S.
ISBN 3-87975-869-7

Die Globalisierung verändert das Verhältnis von Metropolen und Peripherie. Die Mehrheit der Länder der „Dritten Welt“ ist weiter zurückgefallen und gerät in eine noch größere Abhängigkeit  von den großen kapitalistischen Ländern. Dieter Boris versucht es, die zentralen Momente von Unterentwicklung unter den heutigen Bedingungen der Globalisierung begrifflich zu fassen.


 

Altvater, Elmar : Grenzen der Globalisierung : Ökonomie, Ökologie und Politik in der Weltgesellschaft/ Elmar Altvater, Birgit Mahnkopf. -5. Aufl. -Münster: Westfälisches Dampfboot, 2002. -600 S.
ISBN 3-929586-75-4

Die Autoren analysieren sämtliche, von der Globalisierung betroffene Bereiche unseres Lebens. „Vor allem ist dieses Werk ein kritisches Handbuch zur Globalisierung“ (Hilmar Schmidt, „Neue Politische Literatur“).

 

Frauenpolitische Chancen globaler Politik : Verhandlungsverfahren im internationalen Kontext/ Hrsg. Barbara Holland-Cunz, Uta Ruppert. -Opladen: Leske + Budrich, 2000. -188 S. -(Politik und Geschlecht; 3).
ISBN 3-8100-2560-7

 

Expertinnen internationaler Frauenpolitik aus verschiedenen Ländern beleuchten in diesem Band die feministischen Herausforderungen aktueller Prozesse und Diskussionen globaler Politik. Es werden die frauenpolitisch bedeutsame internationale Ereignisse und Entwicklungen der letzten Jahre analysiert.

 

 

Garhammer, Manfred : Wie Europäer ihre Zeit nutzen : Zeitstrukturen und Zeitkulturen im Zeichen der Globalisierung/ Manfred Garhammer. -2., unveränd. Aufl. -Berlin: Edition Sigma, 2001. -555 S.: Abb., Tab.
ISBN 3-98404-462-4

 

Wie organisieren europäische Gesellschaften ihre soziale Zeit? Wie verändert sich mit der Integration Europas und mit der Globalisierung der Alltag? M. Garhammer untersucht diese Fragen auf einer umfangreichen empirischen Basis in vier Gesellschaften : Deutschland, Großbritannien, Spanien und Schweden.

 

Brücken in die Zukunft : ein Manifest für den Dialog der Kulturen. Eine Initiative von Kofi Annan/ mit einem Geleitw. von Joschka Fischer, aus dem Engl. von Klaus Kochmann und Hartmut Schickert. -3. Aufl. -Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag, 2002. -267 S.
ISBN 3-10-009640-1

 

Auf Initiative des UN-Generalsekretärs und Friedensnobelpreisträgers Kofi Annan wurden zwanzig bedeutende Persönlichkeiten  beauftragt, ein zukünftiges Modell des Miteinanders der Kulturen und Religionen zu entwerfen. Gemeinsam haben sie ein einmaliges Dokument verfasst, das Aufruf und Vorbild zugleich ist, den Dialog der Kulturen entschlossen aufzunehmen.

 

Trittin, Jürgen : Welt Um Welt : Gerechtigkeit und Globalisierung/ Jürgen Trittin. -Berlin: Aufbau-Verlag, 2002. -205 S.
ISBN 3-351-02542-4

 

Der Schutz des globalen Ökosystems ist für Jürgen Trittin, Bundesminister für Umwelt, die zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts und der Schlüssel für soziale Gerechtigkeit. Falsche Rahmenbedingungen zwingen Menschen bis heute vielfach, Natur zu stören, um ihre Existenz zu sichern. Jeder kann aber leicht zum Erhalt der Umwelt beitragen…

 

Internationale Migration  : die globale Herausforderung des 21. Jahrhunderts?/ hrsg. von Karl Husa, Christof Parnreiter, Irene Stacher, mit Beitr. von Elisabeth Aufhauser... -Frankfurt am Main: Brandes & Apsel; Wien: Südwind, 2000. -311 S.: Tab.  - (Historische Sozialkunde; 17).
ISBN 3-86099-195-7

 

In der Öffentlichkeit nimmt der Themenbereich Migration eine zentrale Stellung ein. Auch im 21. Jahrhundert werden Wanderungsbewegungen anhalten. Im Buch werden verschiedene Migrationstypen und Wanderungsformen analysiert.

 

 

Aderhold, Jens : Kultur als Problem der Weltgesellschaft? : ein Diskurs über Globalität, Grenzbildung und kulturelle Konfliktpotenziale/ Jens Aderhold, Frank Heideloff. -Stuttgart: Lucius & Lucius, 2001. -VI, 189 S.
ISBN 3-8282-0169-5

 Die Globalisierung wird in der Gesellschaft mehr als nur die wirtschaftliche oder die politische Dimension gesellschaftlicher Veränderung umfasst. Der Prozess Globalisierung ist aber längst ein polydimensionales Phänomen. In diesem Buch werden folgende Schwerpunkte dargestellt : Kultur und Gemeinschaft, Arbeitsgesellschaft und Globalisierung, Projekt Moderne, Phänomen Weltgesellschaft. 

 

Zukunft Stadt  : die Stunde der Bürger in Zeiten der Globalisierung/ hrsg. von Wolfgang Schuster, Warnfried Dettling. -Stuttgart; Leipzig: Hohenheim Verlag, 2001. -311 S.
ISBN 3-89850-048-9

 

Die Zukunft unserer Städte hängt nicht zuletzt davon ab, daß sich ihre Bürger für sie verantwortlich fühlen. Je internationaler die Bevölkerung und je globaler die Wirtschaft wird, um so nötiger ist eine neue Kultur der Eigenverantwortung und der Solidarität. Diesem Problem ist das Buch gewidmet.

 

Die Privatisierung der Weltpolitik : Entstaatlichung und Kommerzialisierung im Globalisierungsprozess/ Hrsg. Tanja Bruehl. -Bonn: Dietz, 2001. -320 S. -(EINE Welt - Texte der Stiftung Entwicklung und Frieden; Bd. 11)
ISBN 3-8012-0299-2

 

Private Akteure mischen sich immer stärker direkt in die Weltpolitik ein. Häufig übernehmen transnationale Unternehmen (TNCs) und nichtstaatliche Organisationen (NGOs) vormals staatliche Aufgaben. Bislang öffentliche Tätigkeits- und Handlungsfelder werden zunehmend kommerzialisiert…

 

Toennies, Sibylle   Cosmopolis Now : auf dem Weg zum Weltstaat/ Sibylle Toennies. -Hamburg: Europäische Verlagsanstalt, 2002. -150 S.
ISBN 3-434-50530-X

 

Der Weltstaat ist keine Utopie, sondern ein realistisches Konzept – so meint Sibylle Tönnies. Das Völkerrecht hat den ersten Schritt in diese Richtung getan. Was noch fehlt, ist der Einigungswille. Wie er sich bilden kann, zeigt die Autorin im vorliegenden Buch.

 

 

Vidal, Gore : Ewiger Krieg für ewigen Frieden : Wie Amerika den Hass erntet, den es gesät hat/ Gore Vidal; aus dem Amer. übers. von  Bernhard Jendricke und Barbara Steckhan. -2. Aufl. -Hamburg: Europäische Verlagsanstalt, 2002. -132 S.
ISBN 3-434-50539-3

 Der Essay „11. September 2001 (Ein Dienstag)“, der den Auftakt zum vorliegenden Buch bildet, wurde unmittelbar nach dem Attentat geschrieben, konnte jedoch zunächst in den USA nicht erscheinen. Er wurde erstmals in Italien veröffentlicht. Im Buch gibt der Autor die Antwort auf die Frage : Was sind die Gründe für den Terror?

 

Schami, Rafik : Mit fremden Augen : Tagebuch über den 11. September, den Palästinakonflikt und die arabische Welt/ Rafik Schami. -Orig.-Ausg. -Heidelberg: Palmyra, 2002. -148 S.
ISBN 3-930378-44-2

 

Sehr persönlich und poetisch geschriebene Tagebuchnotizen umfassen den Zeitraum von Oktober 2001 bis Mai 2002. Der Autor beschäftigt sich in seinen Aufzeichnungen sehr direkt und kritisch mit wichtigen Aspekten der Terroranschläge vom 11. September 2001, des Palästinakonflikts und der arabischen Welt.

 

Chrenko, Helma : Halbierung der globalen Armut? : Für eine nachhaltige Entwicklungspolitik bis 2015/ Helma Chrenko, Peter Stier. -Hamburg: VSA-Verlag, 2002. -114 S.: Tab.
ISBN 3-87975-890-5

 

Die Autoren stellen Positionen zu verschiedenen Aspekten und Lösungsansätzen des Problems weltweit sich ausbreitender Armut in Entwicklungsländern vor. Sie konzentrieren sich vor allem auf die Diskussion möglicher politischer Antworten auf dieses Phänomen.

 

 

Kindheit in Armut weltweit/ Hrsg. Karin Holm, Uwe Schulz. -Opladen: Leske + Budrich, 2002. -346 S.
ISBN3-8100-3311-1

 

Das Thema Armut beherrscht entwicklungsländerbezogene Diskussionen. Mehr und mehr wird aber auch in der „reichen“ Welt zur Kenntnis genommen, daß armutbezogene Problemlagen – vor dem Hintergrund unterschiedlicher Effekte der Globalisierung – hier deutlich zunehmen.

 

Gesang, Bernward  : Aktien oder Apokalypse? : Wege aus der globalen Ökokrise/ Bernward Gesang. -Paderborn: mentis, 2000. -157 S.: Abb.
ISBN 3-89785-181-4

 

Die Ökokrise dient häufig nur als Vorwand für höhere Steuern. Von ernsten Problemen spüren wir wenig. Das vorliegende Buch sucht nach der aus der Aufmerksamkeit verschwundenen Ökokrise. Was war Hysterie, was ist echt? Haben wir neue Handlungsoptionen, oder gibt es nur die Rezepte, die uns seit Jahrzehnten gepredigt werden?

 

Was kommt nach der Informationsgesellschaft? : 11 Antworten/ Hrsg. Stiftung Bertelsmann. -2. Aufl. -Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung, 2002. -306 S. -(Edition Reformwerkstatt).
ISBN 3-89204-628-X

 Die Industriegesellschaft ist noch längst nicht überall angekommen, aber es ist bereits höchste Zeit für einen Ausblick : Was kommt nach der Informationsgesellschaft? Wird sich die geschichtliche Entwicklung gradlinig von der Industrie- über die Informations- zu einer anderen Bindestrichgesellschaft fortsetzen? Wird es nach Buchdruck, Dampfmaschine, Automobil und Computer einfach nur eine neue Schlüsseltechnologie geben?

 

Sachs, Wolfgang  : Nach uns die Zukunft : Der globale Konflikt um Gerechtigkeit und Ökologie/ Wolfgang Sachs. -Frankfurt am Main: Brandes & Apsel, 2002. -216 S.
ISBN 3-86099-234-1

 

Verfolgen wir im Namen der Globalisierung einen verhängnisvollen Kurs, der die Zerstörung des blauen Planeten stillschweigend in Kauf nimmt? Wie kann die Welt gastlich werden für zwei Mal so viele Menschen wie heute, ohne die Biosphäre für nachfolgende Generationen zu ruinieren? W. Sachs macht uns klar : Wenn Gerechtigkeit und Ökologie auf der Strecke bleiben, hat die Weltgesellschaft von morgen keine Zukunft.

 

Ein Tag im September - 11.9.2001 : Hintergründe - Folgen - Perspektiven/ Hrsg. Georg Stein, Volkhard Windfuhr, mit Beitr. von Jörg Armbruster..., Vorw. von Butros Butros-Ghali. -Orig.-Ausg. -Heidelberg: Palmyra, 2002. -399 S.
ISBN 3-930378-40-X

 Die Terroranschläge vom 11. September 2001 haben die Welt geschockt und verändert wie kaum ein zweites Ereignis in der jüngsten Geschichte. Mit diesem Buch erscheint erstmals eine umfangreiche Gesamtdarstellung  über die Hintergründe der Anschläge sowie deren weitreichende politische Auswirkungen. Die Probleme werden von einer Vielzahl namhafter Autoren analysiert.

 

Hübner, Kurt  : Spiel mit Grenzen : Ökonomische Globalisierung und soziale Kohäsion/ Kurt Hübner, Ulrich Petschow; unter Mitarb. von Daniel Becker und Sven Lakner. -Berlin: Edition Sigma, 2001. -177 S.: Abb., Tab. -(Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung; 34).
ISBN 3-89404-894-8

Die ökonomische Globalisierung trifft vielfach auf unterschwelliges Missbehagen, in letzter Zeit auch mehr und mehr auf organisierten Protest. Im Mittelpunkt steht dabei oft die Wahrnehmung, dass Globalisierung neben Gewinnern eben auch Verlierer produziert. Die Autoren des Buches zeigen : die Akteure mit dem höchsten Mobilitätspotenzial haben die besten Chancen, sich zu behaupten. Weniger mobile Akteure geraten in Gefahr, ihre ökonomischen Positionen  zu verlieren.

Globalisierung der Weltwirtschaft  : Schlussbericht der Enquete-Kommission/ Hrsg. Deutscher Bundestag. -Opladen: Leske + Budrich, 2002. -620 S.: Abb., Tab.
ISBN 3-8100-3657-9

 

Dieser Bericht stellt die großen ökonomischen, ökologischen, gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen der Zeit in klarer Sprache dar und gibt der Politik  Handlungsempfehlungen.

Wahl, Peter : Tobin Steuer: Kapital braucht Kontrolle/ Peter Wahl, Peter Waldow. -Hamburg: VSA-Verlag, 2002. -94 S.: Abb. -(AttacBasis Texte; 3).
ISBN 3-87975-873-5

 

Die Tobin Steuer ist ein Element zur Regulierung der krisengeschütterten Finanzmärkte und zur Eindämmung von Finanzspekulationen. Gegen die Einführung der Steuer gibt es jedoch noch Vorbehalte. Was spricht gegen sie und was dafür? Die Autoren stellen das Konzept vor und diskutieren Möglichkeiten und Grenzen einer Devisenumsatzsteuer.

 

George, Susan : WTO: Demokratie statt Drakula : Für ein gerechtes Welthandelssystem/ Susan George; aus dem Franz. von Joachim Wilke. -Hamburg: VSA-Verlag, 2002. -94 S. -(AttacBasis Texte; 1).
ISBN 3-87975-871-9

 Susan Georg erklärt die Geschichte und Funktionsweise der WTO, die in ihrer derzeitigen Form vor allem den Interessen der transnationalen Firmen dient und die Demokratie immensen Gefahren aussetzt.

 

Praxisbuch Globales Lernen  : Handbuch für Unterricht und Bildungsarbeit/ Hrsg. Solidarisch leben lernen e.V., Red. Bearb. von Martin Geisz und Nina Melchers. -Frankfurt am Main: Brandes & Apsel, 2002. -184 S.: Abb.
ISBN 3-86099-235-X

 

Mit diesem Buch macht Globales Lernen Spaß. Von Lehrern herausgegeben und geschrieben beinhaltet es Modelle und konkrete Beispiele für Globales Lernen im Schulunterricht, in Projektwochen und in der außerschulischen Bildungsarbeit. Die Themen sind knapp und anschaulich aufbereitet.

 

Neue Dynamiken: Die Kritik an der Globalisierung

Bis vor einigen Jahren galt eine Kritik an „der" Globalisierung und den damit eng verwobenen neoliberalen Politiken als absurd. Die Internationalisierung der Märkte, der sozialpolitische Rückbau des Staates, die Umverteilung gesellschaftlicher Macht - das alles galt als „logischer" Prozess. Damit ging das Versprechen einher, dass der tief greifende gesellschaftliche Umbau zu mehr Wohlstand und Glück für alle führen würde. Seit den Protesten gegen die Welthandelsorganisation (WTÖ) im US-amerikanischen Seattle Ende 1999 oder gegen den Zusammenschluss der sieben mächtigsten Re­gierungen der Welt zur „Gruppe der 7" in Genua im Sommer 2001 werden die dominanten Interpretationen der Globali­sierung zunehmend infrage gestellt. Die Währungskrisen in Südostasien, Russland und Brasilien verdeutlichten die internatio­nalen Probleme, aber auch der zunehmend als „Sachzwang der Globalisierung" gerechtfertigte Abbau sozialer Sicherungssysteme innerhalb der Länder ging immer mehr Menschen zu weit. Neue Akteure traten auf den Plan, die trotz aller Unter­schiedlichkeit als „globalisierungskritische Bewegung" bezeichnet werden. Erst nach Seattle gab es dann das Bewusstsein von etwas Neuem, einem — bei aller Heterogenität - möglicherweise kollektiven Subjekt.

Diese Bewegung bemüht sich deutlich zu machen, dass Globalisierung ein hochgradig ungerechter und undemokratischer Prozess ist. Unter dem Motto „Eine andere Welt ist möglich!" findet die Suche nach Alter­nativen innerhalb der einzelnen Gesell­schaften wie auch weltweit statt. Die globalisierten Herrschaftsverhältnisse, so die weit verbreitete Einschätzung, müssen global bekämpft werden.

Eine zentrale Konstitutionsbedingung für die internationale Protestbewegung ist die Möglichkeit schneller und relativ billiger Kommunikation. So hat sich innerhalb kürzester Zeit ein dichtes Netz alternativer Kommunikation gebildet, in dem nicht nur Informationen ausgetauscht werden, son­dern auch Klärungs- und Organisierungsprozesse stattfinden. Eine Gefahr besteht jedoch darin, kurzfristige mediale Erfolge mit der nachhaltigen Veränderung mate­rieller Kräfteverhältnisse und herrschender Entwicklungen zu verwechseln. Ein Teil der internationalen Protestbewegung stellt die „Verselbständigung der Finanzmärkte" ins Zentrum. Entsprechend soll über internationale staatliche Koope­ration und geeignete Mechanismen wie der Besteuerung von Finanztransaktionen (sog. Tobin-Steuer) diese Verselbständigung be­kämpft werden. Vorherrschend ist dabei eine Sichtweise, die sich von adäquaten staatlichen Eingriffen ein relativ krisenfreies Funktionieren des Kapitalismus verspricht. Dafür sollen durch gesellschaftlichen Druck auf den Staat Privatisierungen und der Abbau des Sozialstaats verhindert werden.

Andere Teile vertrauen weniger auf den Staat und suchen nach anderen Ansatzpunkten, um die Kritik an der neoliberalen Globalisierung zu Projekte werden zu las­sen. Hier wird etwa hervorgehoben, dass heute an vielen Orten, insbesondere in den Ländern des Südens, ganz praktische Alternativen entstehen. Diese würden aber durch internationale Zwänge wie Auslandsverschuldung oder ruinöse Konkurrenz immer wieder infrage gestellt.

Bei allen Differenzen innerhalb der sog. globalisierungskritischen Bewegung dominieren produktive Diskussionen, gegenseitige Akzeptanz und die Bereitschaft, voneinander zu lernen und sich zu stärken. Einer der wichtigsten Orte für diese Lern- und Diskussionsprozesse sind die seit 2001 jährlich im brasilianischen Porto Alegre stattfindenden Weltsozialforen.

Die Globalisierungsdebatte ist prickelnd, weil sie derart vielfältig ist. Mit ihr besteht die Möglichkeit, eingefahrene Denkmuster zu hinterfragen und zu verändern, in ihr müssen sich politische und theoretische Ansätze bewähren. In diesem Sinne ent­stehen neue Horizonte, die angesichts der unübersichtlichen Vielfältigkeit zu ver­schwinden drohen. Ungemein bereichernd für die Diskussion ist die Möglichkeit, Bei­träge aus anderen Ländern mit ihren je spezifischen Hintergründen zur Kenntnis nehmen zu können. Insofern ist die Globalisierung der Globalisierungsdebatte ein schwieriges, aber lohnendes Unterfangen.

                        (Nach Dr. Ulrich Brand, Politikwissenschaftler,   Fachgebiet „Globalisierung & Politik" der Universität Kassel).  

 

Grefe, Christiane :  Attac : Was wollen die Globalisierungskritiker?/ Christiane Grefe, Mathias Greffrath, Harald Schumann. -7. Aufl. -Berlin: Rowohlt Berlin Verlag, 2003. -222 S.
ISBN 3-87134-451-6

 

„Globalisierung von unten – entwaffnet die Finanzmärkte!“ Unter diesem Leitspruch hat sich eine Bewegung formiert, die weltweit gegen die Auswüchse der Globalisierung und für eine gerechte Verteilung des Wohlstands kämpft. – Das erste Buch über die spektakuläre Protestbewegung, die im Begriff hat, die Agenda der Weltpolitik zu verändern.

 

Aguiton, Christophe : Was bewegt die Kritiker der Globalisierung? : von Attac zu Via Campesina/ Christophe Aguiton; Uebers. aus dem Franz. von John Neelsen. -Dt. Erstausg. -Koeln: Neuer ISP-Verl., 2002. -224 S.
ISBN 3-89900-103-6

 

Ch. Aguiton analysiert in seinem Buch die Entwicklung der Welt seit dem Zusammenbruch des Ostblocks und das Agieren der internationalen Multis und Finanzorganisationen. Im zweiten Teil beschreibt er verschiedene Gruppen und Organisationen, die die Bewegung gegen die Globalisierung aufgebaut haben und tragen.

 

Unsere Welt ist keine Ware : Handbuch für Globalisierungskritiker/ Hrsg. Christine Buchholz, Anne Karrass, Oliver Nachtwey, Ingo Schmidt. -Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2002. -350 S. -(KiWi; 715).
ISBN 3-462-03164-3

 

Das Buch informiert über die wichtigsten Stichworte der Globalisierungskritik : Tobin-Steuer, Verschuldung, Arbeit, Atomkraft, Klima oder Gesundheit. Kurze Porträts der wichtigsten Organisationen, Netzwerke und Zeitschriften verschaffen einen Überblick über Geschichte und Ziele der Globalisierungskritik.

 

 

Martin, Hans-Peter :  Die Globalisierungsfalle : der Angriff auf Demokratie und Wohlstand/ Hans-Peter Martin, Harald Schumann. -8. Aufl. -Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2003. -352 S. -(rororo sachbuch; 60450).
ISBN 3-499-60450-7

 „Das Sachbuch aller Sachbücher“ („Die Zeit“).
“Außergewöhnlich wertvolle Informationen über die gegenwärtige Krise“ („Dagens Nyheter“, Stockholm). „Die Globalisierungsfalle“ ist die Bibel der modernen Zeiten und der neuen Geopolitik“ („Babe“, Sydney).  Übersetzungen in 26 Sprachen, Spitzenplätze auf den Bestsellerlisten in vielen Ländern sowie heftige Debatten in Parlamenten und Konzernvorständen.

 

Schattenseiten der Globalisierung  : Rechtsradikalismus, Rechtspopulismus und separatistischer Regionalismus in westlichen Demokratien/ hrsg. von Dietmar Loch und Wilhelm Heitmeyer. -Orig.-Ausg. -Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2001. -536 S.: Abb., Tab. -(edition suhrkamp; 2093).
ISBN 3-518-12093-X

 Im Buch werden die Auswirkungen der Globalisierung und Fragmentierung auf die westlichen Demokratien angesichts des Souveränitäts- bzw. Autonomieverlusts des Nationalstaates gezeigt. Die Rede geht auch über die Vertrauenskrise gegenüber den politischen Institutionen und zunehmender autoritärer Entwicklungen wie Rechtsradikalismus, Rechtspopulismus und separatistischer  Regionalismus.

Kessler, Wolfgang : Weltbeben : Auswege aus der Globalisierungsfalle/ Wolfgang Kessler. -Oberursel: Publik-Forum, 2002. -237 S.
ISBN 3-88095-125-X

 

Ein umfassendes und aktuelles Werk mit Alternativen zur markt-fundamentalistischen Globalisierung. „Kesslers Buch macht Hoffnung und Mut zur Mitarbeit an einer gerechten Welt ohne Hunger und Massenarbeitslosigkeit“ (Franz Alt, Fernsehjournalist).

 

 

Zugehör, Rainer : Die Globalisierungslüge : Handlungsmöglichkeiten einer verantwortlichen Wirtschaftspolitik/ Rainer Zugehör; mit einem Vorw. von Oskar Lafontaine; Beitr. von Sigrid Skarpelis-Sperk, Frank Wilhelmy. -Unkel/Rhein; Bad Honnef: Horlemann, 1998. -175 S.: Tab.
ISBN 3-89502-087-7

 

Das Buch beschäftigt sich mit den Fragen : Welche Schlussfolgerungen muss die Politik aus der zunehmender Globalisierung der Märkte ziehen? Welche Spielräume hat die nationale Politik angesichts der ökonomischen Internationalisierungsprozessen, um die Binnenwirtschaft zu stärken und die Massenarbeitslosigkeit abzubauen?

 

 

Mies, Maria : Globalisierung von unten : Der Kampf gegen die Herrschaft der Konzerne/ Maria Mies. -Hamburg: Europäische Verlagsanstalt, 2002. -255 S.
ISBN 3-434-50545-8

 

Unbemerkt von der Öffentlichkeit wird seit Jahren das konzerngesteuerte neoliberale Wirtschaftsmodell durch Institutionen wie Weltbank, IWF und Welthandelsabkommen durchgesetzt. Immer neue Freihandelsabkommen gefährden Demokratie, Umwelt, Arbeitsplätze und Menschenrechte. Im Buch berichtet die Autorin über die große Bewegung dagegen und die Situation des Protests.